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Montag, 28. Oktober 2019

The Sound of Avantgarde Acoustic – ein Streiflicht

Ein Bericht von Rainer Götz

Nach der erfolgreichen Präsentation der Avantgarde Acoustic Duo Primo XD bei den Süddeutschen HiFi-Tagen zeigten Oliver Wittmann und Markus Nolden am Wochenende 18./19.10.2019 die etwas preisgünstigeren Alternativen aus dem Programm des hessischen Herstellers. Im Eingangsbereich lief eindrucksvoll die Uno Fino Edition an Röhrenelektronik von Octave Audio. Das Hauptaugenmerk der Veranstaltung lag aber eindeutig auf der Duo XD. Armin Krauss von Avantgarde Acoustic führte mit deren XA-INT Vollverstärker vor. Haupt-Programmquelle war ein Streamer/CD-Spieler aus der HV-Serie von T+A. Das neue Plattenlaufwerk von SME Model 12 mit dem legendären SME 309-Tonarm an der Tom Evans-Phonovorstufe sowie Streamer von Linn standen ebenfalls während des ganzen Wochenendes vorführbereit.

Wie bei den Vorführungen von Armin Krauss üblich, erklärte dieser ebenso leicht verständlich wie lebendig Arbeitsweise und Vorzüge der Avantgarde Acoustic Hornlautsprecher. Zu den gespielten Musiktiteln lieferte er interessante Informationen und Stories.

Mittwoch, 25. September 2019

Eine Randbemerkung zu den Süddeutschen HiFi-Tagen 2019

Ein Bericht von Rainer Götz

Zumindest was das Publikumsinteresse angeht, waren die auch „Hörtest 2019“ genannten 2. Süddeutschen HiFi-Tage am 7./8. September 2019 ein großer Erfolg. Wie mir Oliver Wittmann berichtete, war bereits kurz nach Türöffnung um 10:00 Uhr „die Hütte gerammelt voll“. Und dies nicht nur bei Avantgarde Acoustic. In allen Stockwerken drängten sich die Audiophilen und sorgten für zufriedene Gesichter bei den Ausstellern.

Schade, dass Firmen wie T+A, Linn, Burmester und Gauder Akustik – um nur einige aus dem Portfolio von Oliver Wittmann zu nennen – auf der Messe nicht präsent waren. Trotzdem gab es viel zu hören und zu sehen. Viele Newcomer und Startups, aber auch etablierte Anbieter, ließen sich die Chance, direkt mit den Endkunden in Kontakt zu kommen, nicht entgehen.

Die Fachpresse hat im Internet bereits ausführlich über die Messe berichtet, so dass ich hier nur einige Highlights, die mir auffielen, besonders erwähnen will: Entspannt und überzeugend wie immer die Vorführung der Harbeth-Monitore bei Input Audio. Nicht minder relaxed stellte Jan Sieveking eine Kette mit Verity Audio-Lautsprechern, den italienischen Verstärkern von Audia Flight sowie einem neuen TW-Acustic-Plattenspieler vor. PMC (The Professional Monitor Company) ist ein Neuzugang im Programm von Wittmann HiFi. Auf der Messe überzeugte der kleine „Twenty5“-Monitor. Rega präsentierte seine aktuelle Plattenspielerserie in einer statischen Präsentation, ebenso die Zubehörspezialisten von Silent Wire. Auch Harmonix stellte seine highendigen Preziosen zur Schau, was zu leuchtenden Augen bei manchem Besucher führte.

Mittwoch, 5. Juni 2019

Großer Octave Audio Workshop

Ein Bericht von Rainer Götz

„Klingen Röhrenverstärker besser als Transistorverstärker?“ stand auf der Einladung zu dem Workshop am 25. Mai 2019 im Stuttgarter Studio von Oliver Wittmann. Aus dem badischen Karlsbad war dafür Thomas Brieger von Octave Audio angereist, um die Veranstaltung souverän und humorvoll zu moderieren. Als Quellen dienten der über alle Zweifel erhabene T+A Streaming DAC SDV 3100 HV. Verkabelung, wie bei Wittmann üblich, mit Ringmat-Netzkabel, Audioplan Powerstar SIII und Cardas NF-Kabeln. Als Lautsprecher kam, aus der DARC-Serie von Gauder Akustik, der aktuelle Audio-Testsieger DARC 80 zum Einsatz. Ein brandneues Kabel von Clearwater diente als hochwertiges Lautsprecherkabel.

Als erstes wurde der Vollverstärker Octave Audio V 80SE gespielt. Ein Quartett 6550-Endstufenröhren war für die End-Verstärkung zuständig. Die 6550 wurden von Oliver Wittmann unter klanglichen Aspekten ausgewählt und auf den optimalen Arbeitspunkt eingemessen. Was da aus den Lautsprechern drang, war schon sehr überzeugend. Impulsreiche Popmusik, die durchaus in der Lage war, die Fähigkeiten der Gauder DARC 80 auszureizen. Dann wurde die Super Black Box von Octave Audio angeschlossen. Diese bewirkt, kurz gesagt, eine Erhöhung der Speicherkapazität der Stromversorgung und damit eine nachhaltig verbesserte Impulsleistung.

Wow … was für eine Wirkung. Wo mir der Bassbereich der DARC ohne Black Box etwas unpräzise und sogar leicht „schwammig“ vorkam, war dieser Effekt jetzt völlig verschwunden. Die Octave Audio V 80SE hatte den Lautsprecher „voll im Griff“, mit präzisem, kontrolliertem Bass und den klanglichen Vorzügen eines guten Röhrenverstärkers. Die schwer in Worte zu fassende „Aura“ des Röhrenklangs, die von vielen Zuhörern als besonders musikalisch eingestuft wird, war zu hören.

Mittwoch, 1. Mai 2019

T+A HV Workshop - die weltweit beste Digitalquelle?

Ein Bericht von Rainer Götz

T+A will es offensichtlich wissen und sich weltweit in die kleine Gruppe der Unternehmen etablieren, die Highend-Geräte in der absoluten Spitzenklasse – cost no object – anbieten. In Fernost und den USA wird T+A in der Zwischenzeit in einem Atemzug mit den Spitzengeräten aus Yokohama City, Cave Creek, Romanel-sur-Lausanne oder Berlin genannt. Auch auf dem heimischen deutschen Markt wird immer mehr Audiophilen bewusst, dass T+A mehr als schöne Gehäuse in der Nachfolge des legendären Designers Dieter Ram oder Lautsprecher-Testsieger sind. Die aktuelle HV-Serie und hier besonders die neu vorgestellten Referenz-Geräte sind ein deutliches Statement.

Die Veranstaltung am 27.04.2019 im HiFi-Studio Wittmann drehte sich primär um den Referenz Streaming DAC Vorverstärker PDT 3100 HV und das Referenz CD/SACD-Laufwerk SDV 3100 HV. Julian Strauß von T+A moderierte die Vorführung souverän als „Master of Ceremonies“ mit ausgewähltem Programm-Material auf CD, SACD und den Streamingdiensten TIDAL und Qobuz.

Ich will jetzt hier auf die ganzen technischen Besonderheiten nicht näher eingehen, hierfür sei auf die ausführlichen Beschreibungen auf der Wittmann- bzw. T+A-Website verwiesen. Was aber in jedem Fall auffiel, war der extem stabile Aufbau mit aus dem Vollen plangefrästen 10 mm starken Aluminiumplatten.

Im PDT 3100 HV arbeitet intern eine D/A-Wandlerstruktur, die Abtastraten bis zu 32 Bit/768 kHz auf der PCM-Ebene und einen nativen Bitstream bis zu DSD 1024 (49,2 MHz) bietet. Ähnliches hat – Stand April 2019 – kein anderer Hersteller weltweit zu bieten.

Alleine der aus dem Vollen in einem Stück gefräste, auf Linearlager geführte Laufwerksblock aus Aluminium mit seinem schweren, abgeschirmten Subchassis mit 3-Punkt Resonanzentkopplung ist mehr als beeindruckend. Wenn man da an manchen Mitbewerber - auch in der absoluten Spitzenklasse - denkt, die mechanisch fragwürdige DVD-Laufwerke in Ermangelung eines hochwertigen CD-Laufwerks verbauen müssen. T+A ging hier konsequent seinen eigenen Weg und fertigt das Laufwerk komplett in eigener Regie im westfälischen Herford.

Eine weitere Besonderheit, die unbedingt erwähnt werden muss, ist der High-Res IPA-Link für Verbindungen zu den Wandlern im SDV/SD 3100 HV. Dank dieser extrem hochauflösenden Verbindung ist es legal möglich, ein auf einer SACD gespeichertes Signal extern auf höchstem Niveau zu wandeln.

Alle Technik darf aber letztlich kein Selbstzweck sein, sondern muss der Musikwiedergabe dienen. Dass dies auf allerhöchstem Level mit den HV-Komponenten von T+A möglich ist, bewies wieder einmal die Praxis.

Los ging es mit einer Live-Aufnahme der großen Sarah Vaughan, aufgenommen von der niederländischen VARA beim Laren Jazz Festival 1975 und erst vor wenigen Wochen veröffentlicht. Man hatte keine Mühe, den Darbietungen von „Sassy“ live auf der Bühne zu folgen. Das swingte, dass es eine Freude war. Das eingesetzte Equipment war „Mittel zum Zweck“, trat aber schnell in den Hintergrund und machte der Musik den Weg frei.

Direktvergleiche zwischen Streaming, CD- und SACD-Layer derselben Aufnahme offenbarten, dass sich der Kauf von SACDs lohnt, weil bei der direkten Gegenüberstellung die hochauflösende SACD immer noch ein Stückchen mehr Ruhe und Musik transportierte. Mit einem Laufwerk wie dem PDT 3100 HV und dem High-Res IPA Link zum SDV 3100 HV war dies für die Mehrzahl der Zuhörer einwandfrei nachzuvollziehen.

Ja, selbst eine aus den 1980er-Jahren stammende Aufnahme mit Peter Alexander transportierte über diese Kombination den Schmerz der Alexanderschen Stimme. Jetzt lässt sich auch die Aussage des Komponisten, Kritikers und Impressarios Gerhard Bonner besser nachvollziehen, der Peter Alexander Talent und Musikalität für einen deutschen Danny Kaye attestierte.

Dann ein kurzer Quercheck: Dieselbe Aufnahme – Jazz at the Pawnshop – einmal abgespielt über den T+A Multplayer MP 3100 HD Link in Verbindung mit dem Vollverstärker PA 3100 HV. Um es kurz zu machen: Der Unterschied war eindeutig wahrnehmbar. Bei der Referenz-Kombination hatte man tatsächlich den Eindruck, noch stärker in die Musik eingebunden zu werden und quasi im Dezember 1976 an einem Tisch des legendären Jazzlokals in Stockholm zu sitzen, die Band vor einem und der Toningenieur Gert Palmcrantz am Nebentisch des Jazzpuben Stampen...

Montag, 15. April 2019

Music Day Januar 2019 - AFI flat.2 Schallplatten-Temperer/-Bügler

Ein Bericht von Rainer Götz

Als Oliver Wittmann beim Music Day am 29. Januar 2019 zu einem Workshop rund um den AFI Record Flattener/Relaxer einlud, fiel mir spontan ein ironischer Artikel ein, den ich vor Jahren in einem Highend-Magazin gelesen hatte. Auf keinen Fall, so war da zu lesen, solle man bei Personalgesprächen mit Vorgesetzten erwähnen, dass man eine Schallplatten-Waschmaschine sein Eigen nenne. Ansonsten würde man unweigerlich irgendwo hinter Politiker und Gebrauchtwagenhändler, knapp vor Heiratsschwindler eingeordnet. Zugegeben, als ich un-audiophilen Bekannten und Freunden von dem Workshop berichtete, schwankten deren Reaktionen zwischen Mitleid, Unverständnis und Zweifel an meinem Geisteszustand. Dabei beruht die Entwicklung des AFI flat.2 auf streng wissenschaftlichen Grundlagen und hat mit Voodoo absolut nichts zu tun. Dafür sorgt schon der Entwickler und Mastermind hinter dem Schallplatten Temperer/Bügler, Dr. Ulrich Kathe, seines Zeichens Doktor der Chemie und Fachmann für Materialkunde.

Die Zuhörer waren in jedem Fall gespannt, was sich da tut und ob es tatsächlich nach Behandlung mit dem AFI besser klingt. Um dies zu ergründen, führte Oliver Wittmann mit einer fein zusammengestellten Anlage vor. Die neuen „kleinen“ Hornlautsprecher von Avantgarde Acoustic UNO FINO EDITION zusammen mit dem Single Ended Vollverstärker von Octave Audio V 16. Das Understatement-Laufwerk Thales TTT Slim 2 mit EMT-System diente als Frontend. Die Vor-Verstärkung und Entzerrung der sensiblen Musiksignale oblag der Phonovorstufe von Tom Evans „The Groove Anniversary“ MKII, die ja HiFi Wittmann für Deutschland, Österreich und die Schweiz importiert. Für den AFI flat.2 hat übrigens Oliver Wittmann die weltweiten exklusiven Vertriebsrechte.

Neben seiner Funktion als Plattenbügler, die der AFI flat.2 hervorragend und mit Erfolg selbst bei LPs mit extremem Höhenschlag und Verwellungen erledigt, ist das eigentliche Highlight die Temperer-Funktion. Dabei wird die Vinylplatte sehr langsam und gleichmäßig kontrolliert erwärmt und ebenso wieder abgekühlt. Diese thermische Entspannung führt in den meisten Fällen zu einer deutlich hörbaren Klangsteigerung der Schallplatte. Eine ausführliche Beschreibung der Funktionen des AFI flat.2 finden Sie hier http://www.wittmann-hifi.de/hifi/audio/afi_flat_plattenbuegler.htm. Das Gerät wurde von der internationalen Fachpresse mehrfach enthusiastisch besprochen, was hier nachzulesen ist: http://www.afi-record-flattener.com/reviews.htm.

Der Effekt des Temperns der Schallplatte war in allen Fällen, die demonstriert wurden, eindeutig und ohne jeden Zweifel nachvollziehbar (!). So klang die LP „Badgers and other Beings“ des Helge Lien Trios in der getemperten Version viel plastischer, offener und freier und eindeutig dynamischer. Man konnte der Musik wesentlich besser folgen und wurde in das Werk quasi „hineingezogen“.

Auch bei anderen zum Vergleich herangezogenen Aufnahmen verhielt es sich ähnlich. Immer war die wärmebehandelte Ausgabe sofort erkennbar und klang einfach „musikalischer“. Und das zu, für Highend-Verhältnisse, überschaubaren Kosten. Ein audiophiles Kabel oder der Wechsel des Verstärkers ist in der Regel teurer als der AFI.Record Flattener/Relaxer und bringt häufig nicht diesen Klanggewinn. Besitzer von größeren Schallplattensammlungen sollten sich also ernsthaft mit dem Gerät beschäftigen um ihre „Schätzchen“ künftig in ungeahnter Qualität hören zu können.

Sicher, das ist „Meckern auf hohem Niveau“, und sicher klingen alle Platten über diese exquisite Anlagenkombination ganz hervorragend, und doch sind die Unterschiede zu den getemperten LPs zwar subtil, aber dennoch immer nachvollziehbar. Das Bessere ist nun mal Feind des Guten. Und so gut der Thales TTT Slim 2 auch spielt, nach der Behandlung der Schallplatte mit dem AFI.flat 2 tönte es eben immer noch etwas besser, relaxter aus den Avantgarde Uno Fino Edition.

Verunsichert? Dann vereinbaren Sie mit Oliver Wittmann oder Markus Nolden einen Hörtermin in Stuttgart-Botnang oder Isny und überzeugen Sie sich selbst von den Qualitäten des AFI.flat 2 und dem möglichen Klanggewinn. Ach ja, eine Plattenwaschmaschine sollten Sie unbedingt besitzen. Die zu behandelnden LPs müssen aus naheliegenden Gründen absolut sauber und staubfrei sein. Aber im Wittmann’schen Portfolio gibt es genügend Auswahl von einfach aber gut (Okki Nokki) bis luxuriös und bequem (Gläss oder Clearaudio). Sie müssen von deren Existenz ja keinem erzählen (siehe oben)...

Samstag, 13. April 2019

YG Acoustics Workshop/Event

Ein Bericht von Rainer Götz

In meinem audiophilen Leben gab es einige Vorführungen, die für mich prägend waren. Mitte der 70er-Jahre war da ein Elektrostat von Stax aus Japan. Nein, kein Kopfhörer, Stax baute zur damaligen Zeit auch Lautsprecher und begründete mit dem ESL-F81 meine Vorliebe für elektrostatische Lautsprecher, weshalb ich seither mit diversen Quad-ESL höre.

Dann war da die riesige Infinity Reference Standard. Vorgeführt aus Platzgründen im Saal einer katholischen Kirchengemeinde. Oder eine frühe Version der von Oliver Wittmann so geschätzten Avantgarde Acoustic Duo-Serie, die ich das Vergnügen hatte, bei der legendären Penta-Messe am Flughafen Heathrow zu hören. Nach Abklingen der Musik klatschten seinerzeit die Zuhörer euphorisch Beifall …

Oder die Dynamik des legendären, nicht immer verfärbungsfreien Klipschhorns, das mit Rockmusik einem die Haare zu Berge stehen ließ. In diese Reihe der außergewöhnlichen und aus dem Rahmen fallenden Präsentationen gehört für mich seit dem 30. März 2019 auch der amerikanische Lautsprecherhersteller YG Acoustic.

Oliver Wittmann und Markus Nolden stellten im Rahmen einer zweitägigen Veranstaltung neben der Carmel 2, die in Verbindung mit einer Brinkmann-Kette im ersten Studio direkt am Eingang lief, den neuen YG Acoustics Hailey 2.2 Lautsprecher vor. Unterstützt wurden Sie dabei nicht nur von Kerry St. James, seines Zeichens Marketing and Sales Director von YG Acoustics, und Sinisa Kovacevic, der neben YG Acoustics u.a. auch die Interessen von Nagra vertritt, sondern auch vom Mastermind von YG Acousic, Yoav Geva.

Sonntag, 25. November 2018

T+A Workshop - Bericht zur Veranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 25-jährigen Jubiläum hatten Oliver Wittmann und Markus Nolden den westfälischen Audiospezialisten T+A am 15.11.18 zu einem Workshop eingeladen. Julian Strauß von T+A übernahm die Moderation der Veranstaltung und überzeugte durch fachkundige, niemals aufdringliche Erklärungen zur gespielten Musik und zur Technik der T+A Komponenten.

Als Musikquelle diente der T+A Multi Source Player MP 3100 HV, der so gut wie alle in Frage kommenden Programmquellen wiedergibt. Egal ob CD, SACD, Festplatte, Streaming via Tidal oder Qobuz, Internetradio, DAB+ oder klassisches UKW-Stereo, aber auch Bluetooth-Zuspielungen z.B. von Mobilgeräten. Der MP 3100 HV spielt nahezu alles und das in exzellenter Qualität. Mehr Infos siehe hier.

Als Vorstufe kam ein weiteres Top-Gerät aus der Hochvolt-Serie von T+A zum Einsatz: der P 3000 HV. Weltweit einer der besten Vorverstärker – egal ob Transistor oder Röhre. Ausführliche Infos siehe hier.

Die Endstufe war eine Besonderheit. Aus Anlass des 40-jährigen Bestehens stellte T+A auf der Highend 2018 in München die limitierte Auflage seiner Monoendstufe M 40 HV vor. Mit einer Leistung von 2 x 1.000 Watt an 4 Ohm treibt die M 40 HV nicht nur so ziemlich jeden Lautsprecher an, sondern stellt für die meisten Anwendungen den klanglich noch feineren High Current Mode mit 60 Watt in reinem Class A und 250 Watt in Class AB zur Verfügung. Mit einem Preis um die 40.000,- Euro das Paar ist das im Vergleich zu den Top-Endstufen aus USA, Japan oder der Schweiz eigentlich ein Sonderangebot.

Die M 40 HV gehört mit Sicherheit zu der kleinen Gruppe der weltbesten Endverstärker, die man für Geld und gute Worte derzeit kaufen kann. Interessenten sollten sich aber beeilen. Der M 40 HV wird nur im Jubiläumsjahr in einer limitierten Auflage gefertigt und - solange der Vorrat reicht - weltweit verkauft. Die Hälfte der Auflage soll bereits weg sein! Im Raum Stuttgart ist das HiFi-Studio Wittmann übrigens der einzige Händler, der den M 40 HV exklusiv in der Vorführung hat. Mehr Informationen hier.

Ebenfalls zur Highend in München stellte T+A eine neue Inkarnation der bewährten und bekannten Criterion-Lautsprecherserie vor, die aus drei Modellen besteht. Alles Transmission-Line-Lautsprecher, wie es sich für Modelle aus der Criterion-Linie gehört. Die Westfalen gelten ja nicht zu Unrecht als traditionsbewusst.

Samstag, 24. November 2018

Naim Audio und Focal - Bericht zur Veranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz über die Veranstaltung mit Naim Audio und Focal im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums

Die Zusammenarbeit zwischen Naim Audio und dem HiFi-Studio Wittmann besteht schon viele Jahre und war seinerzeit die richtige Entscheidung von Oliver Wittmann, sich vom „Monster-HiFi“ der großen amerikanischen Marken immer mehr zu verabschieden und stattdessen auf gut klingendes, wertiges Highend aus Europa zu setzen, dessen Produktzyklen nicht alle sechs Monate wechseln.

Am 8. November 2018 stellte Rüdiger Jankowsky von Music Line, dem deutschen Naim- und Focal-Vertrieb, neben der Focal Kanta 2 drei neue Netzwerkspieler/Streamer von Naim Audio vor. Diese wurden erstmals auf der Highend 2018 in München präsentiert und fanden schon ein breites Echo in der Fachpresse.

Zunächst war Einhören in den Raum und die Anlage angesagt: Eine Opernaufnahme war hierfür ideal. Sie zeigte, zu welcher erstaunlich plastischen und weiten Bühnenabbildung die verhältnismäßig günstige Kombination aus Focal Kanta 2 in Verbindung mit den zweitkleinsten Naim-Vor/Endverstärkern in der Lage ist. Die alte Regel „2/3 des Kaufpreises für Lautsprecher“ muss nach dieser Demonstration hinterfragt werden. Ohne gute Quelle keine gute Musikwiedergabe! Die alte EDV-Regel „Müll rein, Müll raus“ gilt auch hier.

Als nächstes wurden die drei Naim Netzwerkspieler/Server ND5 XS2, NDX 2 und das Spitzengerät, der ND 555, im direkten Vergleich mit einer Gesangsaufnahme von Diana Krall vorgeführt. Was zunächst auffiel, war der rhythmisch und dynamische „Familienklang“ aller drei Geräte. Typisch Naim eben und gut.

Freitag, 9. November 2018

Burmester Audiosysteme - Bericht zur Veranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz

Oliver Wittmann und Markus Nolden haben ihr Produktportfolio Mitte 2017 um Geräte und Lautsprecher von Burmester Audiosysteme aus Berlin erweitert und den Neuzugang im Rahmen des monatlichen Music Days im September 2017 auch Interessenten und Kunden präsentiert (siehe hier).

Der Zuspruch von Kundenseite war offensichtlich so groß, dass es geboten schien, eine Burmester-Veranstaltung im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums durchzuführen. Oliver Wittmann gelang es nach vielen Telefonaten und Mails, den „Über-Plattenspieler“ 175 aus dem Hause Burmester bei dieser Veranstaltung neben ausgewählten Preziosen aus dem Burmester-Gesamtprogramm vorstellen zu können. Außerdem wurde – speziell für die designorientierte Kundschaft – die „All-in-One-Anlage“ Phase 3 gezeigt.

Neben dem Plattenspieler 175, der natürlich die Hauptattraktion war, wurden digitale Daten sowohl von der Musikdatenbank als auch per Streaming über das Musiccenter 111 aus der Referenzserie abgespielt. Eine ausführliche Beschreibung des state-of-the-art Musiccenters würde hier zu weit führen und ich verweise gerne auf die Burmester-Website.

Analoge Quelle war der schon erwähnte Plattenspieler 175 mit seinen vier Motoren und einem Plattenteller, der alleine schon 20 kg auf die Waage bringt. Das gesamte Laufwerk kommt locker auf ein Gesamtgewicht von 60 kg (!) und ist mit einer eingebauten Phonovorstufe versehen. Und was für einer! Die Ingenieure in Berlin haben die international hochgelobte 100-er Vorstufe – ohne deren Digitalwandlung – in den 175 eingebaut. Eine der weltbesten Vorstufen, die man für Geld und gute Worte kaufen kann.

Der Burmester 175 kommt als System-Spieler inklusive kardanisch gelagertem 9-Zoll-Tonarm mit Karbon-Alu-Rohr mit oder ohne Tonabnehmersystem. Also mit exakt aufeinander abgestimmten Komponenten, die letztlich dafür sorgen, dass die Burmester 175-Kunden das Thema Plattenspieler in diesem Leben „ad acta“ legen können. Mehr Infos siehe hier.

Als Vorstufe kam der Burmester 088 und der Endstufen-Klassiker 911 in der Mk3 Ausführung zum Einsatz. Passend zu diesen beiden Verstärker-Klassikern spielten die beiden, von den größeren BA 71-Lautsprechern abgeleiteten Ambience Lautsprecher BA 31, die ja bereits beim Music Day im September 2017 glänzten.

Auffällig war zunächst die Ruhe und Souveränität, die von dieser Anlagekombination ausging. Keine vordergründige Hektik oder Aufgeregtheit so mancher gehypten Highend-Anlage, kein überzogener „Sound“ in Richtung „Analytik“ und auch keine unnatürliche „Kaminromantik“.

Mittwoch, 7. November 2018

Linn Selekt DSM - Bericht zur Veranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz über die Linn Selekt DSM Produktpräsentation im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums

Wenn Linn aus Glasgow ein neues Gerät ankündigt, dann ist das immer ein Anlass für besondere Aufmerksamkeit. So auch bei der aus insgesamt vier Geräten bestehenden Selekt DS-Familie, die im Rahmen der Veranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen des HiFi-Studios von Oliver Wittmann am 25.10.2018 präsentiert wurde.

Kurz gesagt besteht jeder Selekt DSM aus Netzwerkspieler, Streamer und Digital/Analog-Wandler sowie integriertem Vorverstärker mit MM/MC-Phonoteil. Besonderes „Bonbon“: In jedem Gerät ist von Haus aus die Space Optimisation Technologie integriert, mit der durch ein entsprechendes Rechenprogramm jeder Lautsprecher und jeder Raum so konfiguriert werden kann, dass die bestmögliche Klangqualität erzielt wird.

Dabei sind die Daten von Hunderten Lautsprechern und deren Profile bereits hinterlegt oder können manuell eingegeben werden. Auch die Besonderheiten des Wohnraums hinsichtlich Größe, Form, Wand-/Decken- und Bodenbeschaffenheit werden berücksichtigt und beim Einmessen der Lautsprecher und deren Position im Hörraum berücksichtigt. Die Space Optimisation ist übrigens bei allen Linn Netzwerkspielern/Streamern integriert – selbst in der Einsteigerklasse beim Kiko DSM. Wer mehr dazu wissen will: https://www.linn.co.uk/technology/space-optimisation.

Mit der Katalyst-Wandlertechnik https://www.linn.co.uk/technology/katalystist steht den Selekt-Kunden zudem ein DA-Wandler der absoluten Spitzenklasse zur Verfügung. Wobei – typisch Linn – auf die Katalyst-Technologie auch zu einem späteren Zeitpunkt noch hoch- oder umgerüstet werden kann. Insgesamt ein Beispiel für gelungenen Technologie-Tranfer und „downsizing“ der Erkenntnisse bei der Entwicklung der Top-DA-Wandler auf die Katalyst-Serie.

Dem Trend zu „all-in-one“-Geräten zollt Linn auch Tribut. Sowohl der „Standard“ Selekt DSM wie auch der Selekt DSM mit Katalyst-Wandler sind beide auch mit integrierter 100-Watt-Class-D-Endstufe lieferbar. Leistungsmäßig reicht dies selbst für Lautsprecher mit höherem Leistungsbedarf und höherer Empfindlichkeit aus.

Bei Oliver Wittmann lief die Selekt DSM mit Katalyst-Wandler und Endstufe an einem Paar Gauder Akustik DARC 80, einem 2½-Wege Schallwandler mit Keramikchassis und akustisch „totem“ Gehäuse mit Aluminium-Rippen (https://www.gauderakustik.com/index.php/lautsprecher/darc-serie/darc-81-de/darc-80-navi).

Alle vier Geräte der Selekt DSM-Serie strahlen eine Wertigkeit aus, die selbst in dieser Klasse nicht alltäglich ist. Die Kühlrippen sind angenehm abgerundet, Gehäuse und Beschriftung wertig mittels Laser bearbeitet. Die Frontplatte ist aus edlem Kristallglas und dient, in Verbindung mit den beleuchteten Dreh- und Bedienelementen, der unkomplizierten Steuerung. Außerdem gibt es frei belegbare Programmtasten: Einfach mit der Pin-Funktion dort z.B. die Lieblingstitel ablegen, um sie dann direkt abrufbar zu halten.

Unabhängig von der Quelle sind Streaming-Dienste, Internet-Radio, Podcasts oder der Plattenspieler jederzeit schnell und direkt anwählbar. Es stehen insgesamt 10 Digital- und Analogeingänge einschließlich HDMI ARC für die Verbindung z.B. zu CD- oder DVD/Blueray-Laufwerken, Set-Top-Boxen, TV-Geräten, UKW/DAB-Tuner zur Verfügung.

Insgesamt betrachtet ist der Linn Selekt DSM eines der innovativsten Highend-Produkte. Von Linn in Schottland selbst entwickelt, also nicht von einem Spezialanbieter zugekauft, sondern im eigenen Werk – wie alles von Linn – selbst ausgedacht und umgesetzt. International betrachtet gehört Linn damit zu der Handvoll Hersteller, die auf dem Gebiet der Digitaltechnik Maßstäbe setzen und stets für Neu- und Weiterentwicklungen sorgen.

Montag, 29. Oktober 2018

Gauder Akustik DARC 100 - Bericht zur Veranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz

Gauder Akustik ist der jüngste Neuzugang im Programm von Oliver Wittmann und Markus Nolden. Nach aufmerksamer Marktbeobachtung und vor allem vor dem Hintergrund der neuen, auf der diesjährigen Highend in München vorgestellten DARC-Serie haben sich die beiden zu dieser Programmergänzung entschlossen. Ab sofort sind alle Lautsprecherserien aus dem Hause Gauder beim HiFi-Studio Wittmann in der Vorführung.

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen des Wittmann‘schen Studios stellte Dr. Roland Gauder zusammen mit Volker Specht am 20.10.18 die DARC 100 vor und moderierte als „master of ceremonies“ humorvoll diese Präsentation.

Aluminium gilt neuerdings bei den Lautsprecherbauern in Deutschland, der Schweiz und den USA als eine erfolgreiche Möglichkeit, unerwünschte Gehäuseschwingungen und -reflektionen zu vermeiden. Nicht einfach, wenn man bedenkt, dass ein vollständig aus Aluminium bestehendes Gehäuse sehr schnell zum Mit-Schwingen angeregt wird und dann wie eine Glocke wirken und klingen kann. Dem wird mittels teilweise äußerst komplizierten und schweren Aluverstrebungen etc. entgegengewirkt.

Der Physiker Dr. Gauder geht einen anderen Weg: Mit einer Art Rippentechnologie, die bereits in der Berlina-Serie angewandt wurde, eliminiert Gauder dieses Problem. Bei der DARC-Serie sind diese Rippen aus massivem Aluminium gegeneinander entkoppelt mit speziellen Zwischendämpfern.

Die akustisch ideale Tropfenform wurde unter Hilfe des „Supercomputers“ der Uni Stuttgart errechnet. Alle verwendeten Chassis werden vom Keramiklautsprecher-Spezialisten Accuton (Tiel & Partner) speziell nach den Vorgaben von Gauder Akustik gefertigt.

Die Bauteile für die extrem steilflankige Frequenzweiche stammen von dem legendären Kondensator- und Bauteile-Spezialisten Mundorf und werden von Bi-Wireing-Klemmen aus dem Hause WBT ergänzt.

Spikes zur sicheren Aufstellung des 72 kg schweren Lautsprechers sind integriert, und ein Diamanthochtöner, der auch später nachgerüstet werden kann, ist gegen Aufpreis lieferbar.

Dr. Gauder verkündet stolz, dass der gesamte Lautsprecher nicht nur in Renningen bei Stuttgart montiert wird, sondern tatsächlich auch in allen Einzelteilen „Made in Germany“ ist.

Vorgeführt wurde am 20.10. mit einem von Octave Audio stammenden Setup bestehend aus der Vorstufe HP 300 SE und den Monoblöcken MRE 220. Zwischen dem T+A Zuspieler MP 3100 HV und der Octave Vorstufe war noch das neue Octave 3-P Filter zwischengeschaltet. NF-Verkabelung mit Cardas und Ringmat in Verbindung mit der Audioplan Powerstar 3 für die Netzversorgung. Ein in sich stimmiges Paket.

Ein Wort noch zur Optik: Die DARC 100 – sie steht in der Mitte der aus insgesamt fünf Lautsprechern bestehenden DARC-Serie – wirkt ausgesprochen elegant, was nicht nur der Tropfenform geschuldet ist. Mit einer Höhe von 1,40 m bei nur 24 cm Breite dürfte die Aufstellung im Wohnraum sowohl optisch als auch akustisch kein Problem bedeuten. Als Oberflächen sind Alu-natur (matt) Ausführungen in silber, schwarz, grau und weiß sowie in allen RAL-Farben lieferbar. Außerdem auf Sonderwunsch auch Chrom, Gold (24 Karat), Rhodiniert oder Bronze.

Doch jetzt zum Allerwichtigsten, dem Klang. Der ist schlicht überwältigend, vor allem wenn man den UVP von um die 40.000,- Euro sieht. Für manchen „magischen“ Lautsprecher aus den USA werden in dieser Klasse locker um die 60.000,- Euro oder noch mehr gefordert.

Ein klassisches Pianotrio, hier die Band um Peter Cincotti, stand glaubhaft und mit den richtigen Dimensionen im Raum. Man meinte, die Atmosphäre eines Jazzclubs riechen zu können. Die Kombination aus Keramikmembranen, Diamanthochtöner und Aluminiumgehäuse erlaubt eine unwahrscheinlich „schnelle“ Schallwandlung, ähnlich Elektro- oder Magnetostaten. Und das auch bei präziser und schneller Bass-Wiedergabe.

Die leicht nölende Stimme von Chris Rea erklang ebenso souverän wie die von Humor-Großmeister Loriot in Prokofievs „Peter und der Wolf“, hier zusammen mit dem English Chamber Orchestra unter Daniel Barenboim. Ein Genuss in jeder Hinsicht auch Camille Saint-Saens „Karneval der Tiere", besonders der Auftritt der Elefanten. Ebenfalls Loriot, diesmal mit dem LSO unter Skitch Henderson. Bei der schon 1993 erschienenen Aufnahme vergaß man zeitweise völlig, vor einem Lautsprecher zu sitzen...

Besonderer Höhepunkt waren unkomprimierte Aufnahmen aus dem amerikanischen Capitol-Repertoire. Hier der unsterbliche Nat „King“ Cole und – Überraschung – die Beach Boys. Beeindruckend, wie viel Dynamik in den unbearbeiteten Originalen steckt und wie live und „echt“ diese Musik klingt.

Serie von Gauder Akustik unbedingt anhören. Wie schrieb das HiFi-Magazin STEREO so treffend über die DARC 100: „Vorsicht, Suchtgefahr! Hier stimmt alles: die musikalische Qualität, die Praxistauglichkeit, die Verarbeitung – ein Traumlautsprecher!“

Dem ist nichts hinzuzufügen, nur die Aufforderung, bei Interesse einen Hörtermin mit Oliver Wittmann oder Markus Nolden zu vereinbaren und sich selbst ein Urteil zu bilden. Oder – um es mit Rudi Carrell zu sagen – „Lass Dich überraschen“ … Eine Überraschung sind übrigens auch die „kleineren“ Serien von Gauder Akustik, die im HiFi-Studio Wittmann auf Zuhörer warten.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Freitag, 19. Oktober 2018

25 Jahre HiFi-Studio Wittmann: Bericht zur Auftaktveranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz

Wenn man 25 Jahre alte HiFi-Magazine durchblättert, trifft man auf die Namen vieler Studios, die heute längst Geschichte sind. Oliver Wittmann und sein Team müssen also irgendetwas richtig machen, um auch nach 25 Jahren zu den 30 besten HiFi-Studios Deutschlands zu gehören.

Gemeinsam mit Kunden und Freunden wird ab dem 12. Oktober mit diversen Vorführungen das Firmenjubiläum gefeiert. Der erste und wahrscheinlich spektakulärste Termin fand am 12.10. in Isny im Allgäu in den drei Terminstudios von Oliver Wittmann statt. Hier ein kurzes Streiflicht, was geboten wurde:

Im kleinsten Vorführraum stellte Markus Nolden den T+A Multi-Source-Player MP 8 in Kombination mit den aktiven Hornlautspechern Zero 1 XD von Avantgarde Acoustic vor. Als „Herz“ der Anlage übernehmen die Zero 1 XD nicht nur Klangumsetzung und aktive Verstärkung, sondern auch die Digital/Analog-Wandlung. Für Analogfans stand der bewährte Linn Klimax LP 12 mit der aktuellen Lingo-Motorsteuerung und der Whest Three Signature als Phonovorstufe zur Verfügung. Als Tonabnehmer war das neue Ultimate 100 H von ZYX montiert. Insgesamt eine überzeugende Vorführung sowohl mit analogen wie digitalen Quellen.

Die oft gehörten „Sultans of Swing“ der Dire Straits swingten tatsächlich, gestreamt via Tidal, ebenso wie Dexter Gordons „Love for Sale“ von der Analog-LP „Go“. Sehr reizvoll das Zusammentreffen der Ex-DDR-Freejazz-Legende Günter „Baby“ Sommer mit dem Trompetenstar Till Brönner. „Baby’s Party“ heißt die CD und der Titel „Flinke Besen“ machte seinem Namen alle Ehre. Kurz gesagt ist dies eine noch bezahlbare kompakte Anlagenkombination auf hohem Niveau, die sich – nicht zuletzt dank der eingebauten DSP-Steuerung – in fast jeden Wohnraum elegant integrieren lässt.

Die Avantgarde Mezzo XD spielte im zweiten, einem großen Wohnzimmer entsprechenden und auch so ausgestatteten Raum. Der Bassbereich wurde wieder via DSP-Steuerung aktiv von den Avantgarde-Lautsprechern abgedeckt.

Die Ansteuerung erfolgte mit den Komponenten der Nagra Classic-Serie. Eine Besonderheit dabei bildete das erstmals in München auf der Highend 2018 vorgestellte Classic PSU Netzteil, das alle mit 12 Volt arbeitenden Geräte der Nagra Classic-Serie auf ein neues klangliches Level hebt, ebenso wie die PL-L-, VPS-, JAZZ- oder Melody-Komponenten. Hier baut Nagra auf neue Erkenntnisse, die im Zusammenhang mit der Entwicklung der HD-Serie bei der Stromversorgung gewonnen wurden.

Als Plattenspieler kam der schlicht wirkende Thales TTT Compact 2 mit dem Thales Simplicity 2-Tonarm und EMT-MC-System sowie der Whest Three Signature Phonovorstufe zum Einsatz. Die Metapher „Wolf im Schafspelz“ fällt einem unweigerlich bei dieser Kombination ein. Weitere Komponenten: NF-Kabel von Cardas, Lautsprecherkabel von Swisscables und die Stromversorgung mit den bewährten Ringmat-Kabeln in Verbindung mit dem Audioplan Powerstar SIII.

Der getriebene Aufwand, Oliver Wittmann hat wochenlang an diesem Setup gearbeitet, hat sich angesichts des klanglichen Ergebnisses gelohnt. Die großen Lautsprecher klangen völlig frei und losgelöst im Raum. Gute räumliche Abbildung, ausgewogene und unverfälschte Wiedergabe mit Kraftreserven ohne Ende. Ob Elvis Presley mit „Fever“, Julie London mit einer klassischen Monoaufnahme, der Holzschuhtanz aus Lortzings „Zar und Zimmermann“ oder „I’m confessin‘ that I love you“ von der Dean Martin LP „Dream with Dean“ oder die aktuelle Diana Krall-LP: Alles klang lebensecht, live und machte ungeheuren Spaß. Man vergaß, dass man vor einer Anlage saß und hatte die Künstler, die ja teilweise schon seit 40 oder 50 Jahren nicht mehr unter uns sind, trotzdem wie lebensecht vor einem stehen …

Eine Steigerung ist aber noch möglich: Im größten Hörraum standen auch die größten Lautsprecher. Die Avantgarde Acoustic TRIO Luxury mit 4 aktiven Basshörnern und natürlich wieder DSP-Steuerung zur Anpassung an den Hörraum (siehe hier). Verstärkung mit der über alle Zweifel erhabenen HD-Serie von Nagra  Digital wurde über einen T+A Multiplayer in Verbindung mit dem Nagra HD-DAC abgespielt. Vinyl mit dem Thales TTT Compact 2 in Verbindung mit einem der weltbesten Tonarme, dem Thales Statement. Phonovorstufe Whest Titan Pro und Tonabnehmer EMT JSD S 75. Also eine Anlage, die auch weltweit gesehen zu dem Allerbesten gehört, was man bekommen kann. Ein Erlebnis:

Gleichgültig ob eine zum Freejazz zählende LP „Jazz in Poland“ oder Easy Listening von und mit Bert Kaempfert oder eine Orgelsonate von Antonio Vivaldi: hier stimmte einfach alles. Selbst die räumliche Abbildung, sonst nicht unbedingt eine Stärke von Hornlautsprechern, reproduzierten die Trio Luxury mit einer selbstverständlichen Gelassenheit. Man meint die Allman Brothers Band in Natura leibhaftig zwischen den Lautsprechern zu sehen und deren „In Memory of Elizabeth Reed“ live zu erleben oder die Urgewalt eines Stevie Ray Vaughn, mit seinem „Tin Pan Alley“ wahrzunehmen. Aber auch die leisen Töne, so wie auf Jennifer Warnes Platte „The Well“, lassen sich mühelos und mit Gefühl glaubhaft reproduzieren. Johnny Cash und Leonard Cohen grummeln zwischen den Hörnern ihre nachdenklichen und oft depressiven Botschaften, dass es einem immer wieder kalt den Rücken hinunterläuft.

Das ist Musikwiedergabe auf allerhöchstem Niveau. Ohne Abstriche, ohne Kompromisse. State of the Art! Ein in der Tat einmaliges Erlebnis, für das ich Oliver Wittmann und seinem Team aufrichtig danken möchte. Eine so perfekt abgestimmte Anlage bekommt man wirklich nicht alle Tage zu hören und auf Messen schon gar nicht.

Interessenten kann ich nur ermutigen, sich mit Oliver Wittmann oder Markus Nolden in Verbindung zu setzen und einen Hörtermin zu vereinbaren. Ansonsten gibt es bei den Veranstaltungen zum 25-jährigen Jubiläum noch vieles zu entdecken und zu hören …

Dienstag, 3. Juli 2018

Music Day Juni 2018 - Kii Three plus BXT

Ein Beitrag von Rainer Götz

Die Evolution eines Lautsprechersystems, so könnte man über die Erweiterung der bewährten Kii Three zu einem Standlautsprecher schreiben. Aber die BTX-Ergänzung ist weit mehr…

Die Kii Three ist seit langem einer der Favoriten von Oliver Wittmann. Schon beim Music Day im März 2016 überzeugte der nur 20 x 40 x 40 cm große Mini-Monitor durch seine phänomenale Basswiedergabe, Dynamik und Auflösung (siehe http://wittmann-hifi.blogspot.com/2016/04/music-day-marz-2016-die-revolution-hat.html).

Insgesamt sind in jeder Kii Three pro Seite sechs Lautsprecher integriert, jeder einzelne davon mit einem 250-Watt-Verstärker ausgerüstet und im Bass elektronisch entzerrt. Also 1.500 Watt pro Kanal! Die Probleme der Zeit- und Phasenkorrektur werden mittels des DSP kompensiert. Außerdem lassen sich dank DSP die Lautsprecher an Stellen platzieren, die akustisch nicht optimal sind, wie beispielsweise nahe der Rückwand.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Music Day April 2018 - T+A und HRS

Ein Beitrag von Rainer Götz

Am 26. April 2018 fand, nachdem es im Vormonat wegen der Osterfeiertage keine Veranstaltung gab, der Music Day im Studio von Oliver Wittmann statt. Ich selbst habe die dort vorgestellte Anlage aus Termingründen bereits einen Tag vorher genießen können.

„Gebaut für die Ewigkeit“ fällt einem beim ersten Blick auf die Kombination von T+A, Clearaudio und den Granit-Plattformen von HRS ein. Als Herzstück der Anlage lief der T+A Vollverstärker PA 2500 R mit seinen 2 x 280 Watt Sinusleistung, wobei das Hochleistungsnetzteil sogar Spitzenströme bis 1200 Watt kurzfristig als Impulsleistung abgeben kann. Man merkt, dass bei der Entwicklung hier die „Gene“ der HV-Topserie von T+A eingeflossen sind.

Hauptprogrammquelle war der „Multi Source Player“ MP 2500 R, der neben CDs erfreulicherweise auch SACDs abspielt und so die Qualitäten dieses von vielen Herstellern vernachlässigten Systems „ohrenfällig“ demonstriert. Downloads, Streaming, UKW-, DAB2 und Internetradio sind ebenfalls integriert. Ein Digital/Analogwandler der absoluten Spitzenklasse, getrennt für PCM- und DSD-Signale, rundet das Gerät ab.

Beeindruckt die 2500er-Serie von T+A schon optisch durch die schweren und wertigen Gehäuse, trifft dies im gleichen Umfang für den Talis S 300 zu. Einen aus massivem Aluminium (!) gefertigten Standlautsprecher. Das Gewicht von 33 kg pro Lautsprecher zeugt von dem Aufwand.

Ich verzichte bewusst auf eine ausführliche Beschreibung und Details zu den Geräten. In der Rubrik „Produkte“ auf der Wittmann-Website und den untenstehenden Links sind alle Teile ausführlich vorgestellt und beschrieben.

Ergänzt wurde die Music-Day-Anlage auf der Analogseite durch einen Clearaudio Performance DC sowie die bewährte Verkabelung mit Swisscable für die Signal- und Lautsprecherkabel. Auf der Netzseite kommt ein Audioplan Powerstar getuned mit Ringmat Netzkabeln und Oyaide Gold-Palladium Steckern zum Einsatz. Auf die Gerätebasen von HRS gehe ich später noch ein.

Auf zum Hören! Und hier zeigt sich, dass T+A nicht nur schöne und wertige Gehäuse verbaut, sondern die aktuellen T+A-Serien allesamt in die Spitzengruppe ihrer Klasse gehören. Die 2500er-Serie bildet hier keine Ausnahme.

Mittwoch, 7. März 2018

Music Day Februar 2018 - Zurück in die Zukunft mit Tannoy

Ein Beitrag von Rainer Götz

Es war in der Tat überraschend, als der britische Lautsprecherhersteller Tannoy in Mai 2017 bei der HiFiDeluxe eine Neuauflage seiner HDP-Monitore aus dem Jahr 1975 ankündigte. Die Vorführung in München war nicht nur für mich eines der Messehighlights, sondern offensichtlich auch für Oliver Wittmann, denn seit Ende des vergangenen Jahres ist er Tannoy Legacy-Stützpunkthändler. Beim Music Day im Februar stellte er den größten Lautsprecher aus dieser Serie, die Arden, Kunden und Interessenten vor.

Der bewährte, hochmusikalische und absolut betriebssichere Röhrenvollverstärker V 110 SE von Octave Audio sorgte dabei für mehr als ausreichende Leistung. 2 x 110 Watt liefern seine KT 120-Röhren – für die Arden mehr als genug.

Als digitale Quelle diente der T+A Multiplayer MP 2500 R, einer der wenigen Player, der ein eigenentwickeltes SACD-Laufwerk der Sonderklasse enthält. Analog diente der Linn LP 12 Akurate Level mit dem neuen Lingo IV Netzteil als Laufwerk. Als Phonovorstufe kam die Tom Evans „The Groove Anniversary MK 2“, die Oliver Wittmann ja exklusiv in Deutschland, Österreich und der Schweiz importiert, zum Einsatz.

Die Cinch- und Lautsprecherkabel waren, wie fast immer, von Swiss Cable und zwar jeweils das Top-Modell Reference Plus. Netzkabel: Swiss Cable und Ringmat Pure Power, in Verbindung mit der Audioplan Powerstar und der Ringmat Pure Power Netzzuleitung.

Der „Star“ der Veranstaltung, die Tannoy Arden, stand mit dem 15 Zoll-Dual-Concentric-Chassis natürlich im Mittelpunkt und zog die Blicke auf sich. Optisch fast originalgetreu wie im Jahr 1975, aber natürlich mit dem Klangbild von heute. Schließlich hat sich in der Fertigungs- und Messtechnik in über 40 Jahren viel geändert. Der gesamten Legacy-Serie von Tannoy und damit auch für die Arden kann ein außerordentlich gutes Preis-/Leistungsverhältnis attestiert werden.

Montag, 26. Februar 2018

Linn LINGO 4 und Linn URIKA 2, und der LP 12 lebt auf

Ein Beitrag von Rainer Götz

Für den 21. Februar 2018 stellte Oliver Wittmann in einem direkten Vergleich die neue Motorsteuerung Lingo IV und den Phono-Vorverstärker Urika II vor. Ein Vergleich, der nicht nur für Besitzer des legendären Linn LP 12 von Interesse war. Wer dachte, die analoge Entwicklung hätte ihren Zenit schon überschritten, wurde bei der Demonstration im Hause Wittmann angenehm überrascht.

Doch zunächst mal zu den Beteiligten. Oliver Wittmann stellte für die Direktvergleiche eine komplette digitale Linn-Kette mit dem vollaktiven Linn Klimax Exakt 350 als Wandler/Lautsprechersystem und drei LP 12 Laufwerken auf. Tonarm, die ZYX-MC-Systeme waren penibel eingestellt, das Subchassis des LP 12 konnte im Linn’schen Sinne frei schwingen. Beste Voraussetzungen, um zu zeigen, dass der LP 12 auch nach 45 Produktionsjahren – nicht zuletzt dank der neuen Upgrades – noch immer zur Weltspitzenklasse der Laufwerke gehört. Als Besonderheit versah Oliver Wittmann den LP 12 mit dem „alten“ Lingo mit einem wesentlich teureren ZYX-Tonabnehmersystem, um den Einfluss des Abtasters auf die Gesamtwiedergabe zu demonstrieren.

Mittwoch, 31. Januar 2018

Music Day Januar 2018 - Tangential- oder Drehtonarm: Ein interessanter Vergleich

Ein Beitrag von Rainer Götz

In der Fachpresse ist hin und wieder von einer „Überlegenheit“ der Tangentialtonarme gegenüber ihren radial abtastenden „Brüdern“ zu lesen. Oliver Wittmann und Markus Nolden wollten im Rahmen ihres monatlich stattfindenden Music Days aufzeigen, was an den Behauptungen dran ist, und zur Versachlichung der Diskussion beitragen. Dazu hatten sie Melanie Groetsch von Clearaudio als Special Guest und „Master of Ceremonies“ für den Music Day eingeladen.

Melanie Groetsch führte mit Hilfe von drei Laufwerken die prinzipbedingten Unterschiede zwischen Drehtonarmen und Tangentialarmen vor. Der im fränkischen Erlangen beheimatete Hersteller feiert in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen, hat also eine lange Historie, was analoge Musikwiedergabe angeht. Neben Plattenspielern und Tonarmen sind auch Tonabnehmersysteme und Plattenwaschmaschinen eng mit dem Namen Clearaudio verbunden.

Für einen direkten Vergleich standen zwei Clearaudio Concept mit identischer Systembestückung bereit. Der eine mit dem Satisfy-Arm, der andere mit dem TT5-Tangentialtonarm auf der Swing Base des Erlanger Herstellers montiert.

Eine Stufe höher, auf dem mit zwei Armen bestückbaren Clearaudio Innovation, spielten der 9 Zoll-Arm Universal (es gibt den Universal auch in einer 12-Zoll-Variante) und der TT-3-Tangentialtonarm. Bei beiden Tangentialtonarmen läuft übrigens der Schlitten, auf dem der Tonabnehmer montiert ist, nahezu reibungslos, einzig von der Abtastnadel gezogen, spurfehlwinkelfrei nach innen auf analoger Ideallinie, also so, wie sie beim Schneiden vorgegeben wurde. Tonabnehmersystem in beiden Armen war das Clearaudio Charisma, das sich durch ein besonders gutes Preis-/Leistungsverhältnis auszeichnet.

Freitag, 8. Dezember 2017

Music Day November 2017 - Linn Klimax Exakt Katalyst System

Ein Beitrag von Rainer Götz

„Hoher Besuch“ aus dem Vereinigten Königreich diesmal beim Music Day bei Oliver Wittmann. Nein, keine Royals, aber einen der führenden Digitalentwickler weltweit, Gilad Tiefenbrun, seines Zeichens Geschäftsführer von Linn Products Ltd. aus Glasgow, zusammen mit dem Vertriebsrepräsentanten von Linn Deutschland, Thomas Saheicha. Die beiden Vorführungen waren bis auf den letzten Platz belegt, was ein reges Interesse an den Linn Digitalkomponenten widerspiegelt. Zumal – ausnahmsweise im Rahmen des Music Day – eine schriftliche Anmeldung über die Linn-Website notwendig war.

Gilad Tiefenbrun wollte das neue Katalyst-System, das seit exakt einem Jahr verfügbar ist und nach und nach wohl für alle Linn Digitalgeräte als Upgrade angeboten wird, im direkten Vergleich von zwei Netzwerkplayern demonstrieren. Einer mit Katalyst-Upgrade und einer ohne. Danach dann der Wechsel auf Linns Top-Anlage mit dem Linn Klimax Exakt 350.

Doch zunächst zur Anlage. Überraschenderweise standen zwei günstige Burmester B18 Lautsprecher und der bewährte Burmester Vollverstärker 032 zusammen mit den beiden Netzwerkplayern Klimax DS zunächst im Focus. Die Klimax DS wie erwähnt mit und ohne das neueste Katalyst-Update.

Mittwoch, 8. November 2017

Bericht zu unserer T+A Hausmesse

Ein Bericht von Rainer Götz

Von dem amerikanischen Essayisten, Dichter und Philosophen Ralph Waldo Emerson stammt die Aussage „Wahrer Reichtum besteht nicht im Besitz, sondern im Genießen.“ Dies könnte als Motto über der Highend-Anlage stehen, die Oliver Wittmann und sein Team im November bei der erstmals veranstalteten T+A Hausmesse vorgestellt haben. Oliver Wittmann und Markus Nolden wurden bei diesem Event von Julian Strauß, dem Regionalrepräsentanten von T+A aus Herford, unterstützt.

Auf eine ausführliche Vorstellung der gespielten Geräte kann ich hier verzichten, die Basisinformationen finden Sie unter der Kategorie „Produkte“ auf der T+A-Website: http://www.ta-hifi.de/audiosysteme/hv-serie/

Die gezeigten und vorgeführten Geräte und Lautsprecher waren alleine schon durch ihre optische Präsenz beeindruckend. Von der Haptik reden wir mal gar nicht. Made in Germany im klassischen Sinn. Alles Geräte aus der „Highvoltage“-Topserie von T+A: Der Multiplayer MP 3100 HV diente als Programmquelle, um CDs und SACDs abzuspielen. Erfreulich, dass ein renommierter Hersteller aus Europa wieder ein neues, von Grund auf selbst entwickeltes SACD-/CD-Laufwerk vorstellt (!) und dem Gejammere vom Ende der CD und dem Tod der SACD mit einem überzeugenden Statement entgegentritt. Gerade in Fernost gibt es einen festen Markt für neue SACD-Scheiben und hochwertige CDs. Die hochpreisigen XRCD-, SHM- und Blue-Spec-Serien japanischer Plattenfirmen beweisen die Marktakzeptanz für diese Qualitätsserien.

Der MP 3100 HV kann aber nicht nur die Silber- oder Goldscheiben abspielen, sondern ist Programmquelle für UKW-, DAB+- und Internet-Radio und gibt HighRes-Daten in PCM und DSD in höchstmöglicher Datenrate wieder. Und wirkt – wie alle Geräte der HV-Serie von T+A – wie für die Ewigkeit gebaut.

Für die Verstärkung war der PA 3100 HV mit dem Zusatznetzteil PS 3000 HV zuständig. Mit einer Nennleistung von 500 Watt pro Kanal an 4 Ohm ein idealer Partner, selbst für komplexe Lasten wie Flächenstrahlern oder Lautsprechern mit extrem niedrigem Wirkungsgrad. Wobei das Leistungsnetzteil PS 3000 HV nochmals klanglich einen ordentlichen „Schub“ in Richtung Solidität und Stabilität für den PS 3100 HV brachte. Man glaubt es auf dem Papier nicht, bis man es selbst gehört hat. Selbst Hornlautsprecher mit ihrem minimalen Leistungsbedarf profitieren von den Hochvoltendstufen plus Leistungsnetzteil von T+A.

Weiteres Highlight bei der Hausmesse war – in Stuttgart exklusiv bei Oliver Wittmann – der Lautsprecher Solitaire CWT 1000-8 SE: Eine gelungene Kombination aus Cylinder Wave Transducer, Line Array-Mittelton-System und elektrostatischem Hochtöner. Trotz seiner Abmessungen von 134 x 32 x 46 cm (H x B x T) ein optisch gefälliger Lautsprecher der absoluten Spitzenklasse. „Ein 35.000 Euro-Lautsprecher, der wie einer aus der 50.000-Euro-Klasse spielt“, meinte Oliver Wittmann einmal zu mir. Und er hat Recht! Doch nun genug der technischen Kurzbeschreibungen. Lassen wir Musik erklingen.

Sonntag, 5. November 2017

Music Day Oktober 2017 - Linn Akubarik Exakt System mit Katalyst-Update

Ein Beitrag von Rainer Götz

Von Voltaire, der den einen als Lebemann und den anderen als feinsinniger Intellektueller galt, stammt der Satz: „Das Bessere ist der Feind des Guten“. Auf die beim Music Day am 26. Oktober 2017 vorgestellte komplette Linn-Anlage trifft dies in vollem Umfang zu. Erstaunlich, welches Potential des Exakt Systems durch das Katalyst-Update freigelegt wird.

Zunächst aber zu den Zuspielern: Da wäre zuerst der Linn-Klassiker par excellence, der Linn LP 12, hier in der Ausbaustufe Akubarik. Der MC-Tonabnehmer von ZYX und eine Tom Evans-Phonovorstufe vervollständigen den Phonozweig. Der bewährte T+A Multi Source Player MP 2000R MK II war für die digitalen Signale als Programmquelle zuständig und lief hier in seiner Eigenschaft als CD-Spieler. Die NF-Kabel stammten von swisscables und Cardas, Netzkabel von Ringmat in Verbindung mit dem Audioplan Powerstar SIII, auch „Keksdose“ genannt.

Als „Schaltzentrale“ oder „Network Music Player“ agierte der Linn Akurate DSM/2. Insgesamt 14 Eingänge stehen zum Anschluss und Upsampling externer Quellen zur Verfügung. Mit 4 x HDMI-, 4 x Toslink- und 3 x Koax-Eingängen sowie zwei Analogeingangsbuchsen (z.B. für eine Phonovorstufe oder einen UKW-Tuner) stehen selbst für große Anlagen mehr als genug Programmquellen zur Verfügung. Ausgänge gibt es in HDMI und S/PDIF, in Toslinik und Koaxial, außerdem Ethernet. Die Verbindung zum Aktivlautsprecher erfolgt über ein schlichtes Netzwerkkabel. Eine aufwendige Highend-Verkabelung ist also hier nicht notwendig, ein solides KAT6- oder noch besser KAT7-Netzwerkkabel reicht völlig aus.

Die eigentliche Umsetzung der eingehenden Signale erfolgt im Aktivlautsprecher Akubarik Exakt, hier mit dem Katalyst-Update der neuesten Generation. Es ist ganz offensichtlich, dass Linn die Technologie seines völlig eigenentwickelten Top-Systems Klimax hier auf ein günstigeres System umgesetzt hat. Der zweite Lautsprecher erhält ebenfalls über ein Netzwerkkabel sein Signal. Alles einfach und simpel aber effektiv.