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Montag, 29. Oktober 2018

Gauder Akustik DARC 100 - Bericht zur Veranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz

Gauder Akustik ist der jüngste Neuzugang im Programm von Oliver Wittmann und Markus Nolden. Nach aufmerksamer Marktbeobachtung und vor allem vor dem Hintergrund der neuen, auf der diesjährigen Highend in München vorgestellten DARC-Serie haben sich die beiden zu dieser Programmergänzung entschlossen. Ab sofort sind alle Lautsprecherserien aus dem Hause Gauder beim HiFi-Studio Wittmann in der Vorführung.

Im Rahmen der Veranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen des Wittmann‘schen Studios stellte Dr. Roland Gauder zusammen mit Volker Specht am 20.10.18 die DARC 100 vor und moderierte als „master of ceremonies“ humorvoll diese Präsentation.

Aluminium gilt neuerdings bei den Lautsprecherbauern in Deutschland, der Schweiz und den USA als eine erfolgreiche Möglichkeit, unerwünschte Gehäuseschwingungen und -reflektionen zu vermeiden. Nicht einfach, wenn man bedenkt, dass ein vollständig aus Aluminium bestehendes Gehäuse sehr schnell zum Mit-Schwingen angeregt wird und dann wie eine Glocke wirken und klingen kann. Dem wird mittels teilweise äußerst komplizierten und schweren Aluverstrebungen etc. entgegengewirkt.

Der Physiker Dr. Gauder geht einen anderen Weg: Mit einer Art Rippentechnologie, die bereits in der Berlina-Serie angewandt wurde, eliminiert Gauder dieses Problem. Bei der DARC-Serie sind diese Rippen aus massivem Aluminium gegeneinander entkoppelt mit speziellen Zwischendämpfern.

Die akustisch ideale Tropfenform wurde unter Hilfe des „Supercomputers“ der Uni Stuttgart errechnet. Alle verwendeten Chassis werden vom Keramiklautsprecher-Spezialisten Accuton (Tiel & Partner) speziell nach den Vorgaben von Gauder Akustik gefertigt.

Die Bauteile für die extrem steilflankige Frequenzweiche stammen von dem legendären Kondensator- und Bauteile-Spezialisten Mundorf und werden von Bi-Wireing-Klemmen aus dem Hause WBT ergänzt.

Spikes zur sicheren Aufstellung des 72 kg schweren Lautsprechers sind integriert, und ein Diamanthochtöner, der auch später nachgerüstet werden kann, ist gegen Aufpreis lieferbar.

Dr. Gauder verkündet stolz, dass der gesamte Lautsprecher nicht nur in Renningen bei Stuttgart montiert wird, sondern tatsächlich auch in allen Einzelteilen „Made in Germany“ ist.

Vorgeführt wurde am 20.10. mit einem von Octave Audio stammenden Setup bestehend aus der Vorstufe HP 300 SE und den Monoblöcken MRE 220. Zwischen dem T+A Zuspieler MP 3100 HV und der Octave Vorstufe war noch das neue Octave 3-P Filter zwischengeschaltet. NF-Verkabelung mit Cardas und Ringmat in Verbindung mit der Audioplan Powerstar 3 für die Netzversorgung. Ein in sich stimmiges Paket.

Ein Wort noch zur Optik: Die DARC 100 – sie steht in der Mitte der aus insgesamt fünf Lautsprechern bestehenden DARC-Serie – wirkt ausgesprochen elegant, was nicht nur der Tropfenform geschuldet ist. Mit einer Höhe von 1,40 m bei nur 24 cm Breite dürfte die Aufstellung im Wohnraum sowohl optisch als auch akustisch kein Problem bedeuten. Als Oberflächen sind Alu-natur (matt) Ausführungen in silber, schwarz, grau und weiß sowie in allen RAL-Farben lieferbar. Außerdem auf Sonderwunsch auch Chrom, Gold (24 Karat), Rhodiniert oder Bronze.

Doch jetzt zum Allerwichtigsten, dem Klang. Der ist schlicht überwältigend, vor allem wenn man den UVP von um die 40.000,- Euro sieht. Für manchen „magischen“ Lautsprecher aus den USA werden in dieser Klasse locker um die 60.000,- Euro oder noch mehr gefordert.

Ein klassisches Pianotrio, hier die Band um Peter Cincotti, stand glaubhaft und mit den richtigen Dimensionen im Raum. Man meinte, die Atmosphäre eines Jazzclubs riechen zu können. Die Kombination aus Keramikmembranen, Diamanthochtöner und Aluminiumgehäuse erlaubt eine unwahrscheinlich „schnelle“ Schallwandlung, ähnlich Elektro- oder Magnetostaten. Und das auch bei präziser und schneller Bass-Wiedergabe.

Die leicht nölende Stimme von Chris Rea erklang ebenso souverän wie die von Humor-Großmeister Loriot in Prokofievs „Peter und der Wolf“, hier zusammen mit dem English Chamber Orchestra unter Daniel Barenboim. Ein Genuss in jeder Hinsicht auch Camille Saint-Saens „Karneval der Tiere", besonders der Auftritt der Elefanten. Ebenfalls Loriot, diesmal mit dem LSO unter Skitch Henderson. Bei der schon 1993 erschienenen Aufnahme vergaß man zeitweise völlig, vor einem Lautsprecher zu sitzen...

Besonderer Höhepunkt waren unkomprimierte Aufnahmen aus dem amerikanischen Capitol-Repertoire. Hier der unsterbliche Nat „King“ Cole und – Überraschung – die Beach Boys. Beeindruckend, wie viel Dynamik in den unbearbeiteten Originalen steckt und wie live und „echt“ diese Musik klingt.

Serie von Gauder Akustik unbedingt anhören. Wie schrieb das HiFi-Magazin STEREO so treffend über die DARC 100: „Vorsicht, Suchtgefahr! Hier stimmt alles: die musikalische Qualität, die Praxistauglichkeit, die Verarbeitung – ein Traumlautsprecher!“

Dem ist nichts hinzuzufügen, nur die Aufforderung, bei Interesse einen Hörtermin mit Oliver Wittmann oder Markus Nolden zu vereinbaren und sich selbst ein Urteil zu bilden. Oder – um es mit Rudi Carrell zu sagen – „Lass Dich überraschen“ … Eine Überraschung sind übrigens auch die „kleineren“ Serien von Gauder Akustik, die im HiFi-Studio Wittmann auf Zuhörer warten.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Freitag, 19. Oktober 2018

25 Jahre HiFi-Studio Wittmann: Bericht zur Auftaktveranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz

Wenn man 25 Jahre alte HiFi-Magazine durchblättert, trifft man auf die Namen vieler Studios, die heute längst Geschichte sind. Oliver Wittmann und sein Team müssen also irgendetwas richtig machen, um auch nach 25 Jahren zu den 30 besten HiFi-Studios Deutschlands zu gehören.

Gemeinsam mit Kunden und Freunden wird ab dem 12. Oktober mit diversen Vorführungen das Firmenjubiläum gefeiert. Der erste und wahrscheinlich spektakulärste Termin fand am 12.10. in Isny im Allgäu in den drei Terminstudios von Oliver Wittmann statt. Hier ein kurzes Streiflicht, was geboten wurde:

Im kleinsten Vorführraum stellte Markus Nolden den T+A Multi-Source-Player MP 8 in Kombination mit den aktiven Hornlautspechern Zero 1 XD von Avantgarde Acoustic vor. Als „Herz“ der Anlage übernehmen die Zero 1 XD nicht nur Klangumsetzung und aktive Verstärkung, sondern auch die Digital/Analog-Wandlung. Für Analogfans stand der bewährte Linn Klimax LP 12 mit der aktuellen Lingo-Motorsteuerung und der Whest Three Signature als Phonovorstufe zur Verfügung. Als Tonabnehmer war das neue Ultimate 100 H von ZYX montiert. Insgesamt eine überzeugende Vorführung sowohl mit analogen wie digitalen Quellen.

Die oft gehörten „Sultans of Swing“ der Dire Straits swingten tatsächlich, gestreamt via Tidal, ebenso wie Dexter Gordons „Love for Sale“ von der Analog-LP „Go“. Sehr reizvoll das Zusammentreffen der Ex-DDR-Freejazz-Legende Günter „Baby“ Sommer mit dem Trompetenstar Till Brönner. „Baby’s Party“ heißt die CD und der Titel „Flinke Besen“ machte seinem Namen alle Ehre. Kurz gesagt ist dies eine noch bezahlbare kompakte Anlagenkombination auf hohem Niveau, die sich – nicht zuletzt dank der eingebauten DSP-Steuerung – in fast jeden Wohnraum elegant integrieren lässt.

Die Avantgarde Mezzo XD spielte im zweiten, einem großen Wohnzimmer entsprechenden und auch so ausgestatteten Raum. Der Bassbereich wurde wieder via DSP-Steuerung aktiv von den Avantgarde-Lautsprechern abgedeckt.

Die Ansteuerung erfolgte mit den Komponenten der Nagra Classic-Serie. Eine Besonderheit dabei bildete das erstmals in München auf der Highend 2018 vorgestellte Classic PSU Netzteil, das alle mit 12 Volt arbeitenden Geräte der Nagra Classic-Serie auf ein neues klangliches Level hebt, ebenso wie die PL-L-, VPS-, JAZZ- oder Melody-Komponenten. Hier baut Nagra auf neue Erkenntnisse, die im Zusammenhang mit der Entwicklung der HD-Serie bei der Stromversorgung gewonnen wurden.

Als Plattenspieler kam der schlicht wirkende Thales TTT Compact 2 mit dem Thales Simplicity 2-Tonarm und EMT-MC-System sowie der Whest Three Signature Phonovorstufe zum Einsatz. Die Metapher „Wolf im Schafspelz“ fällt einem unweigerlich bei dieser Kombination ein. Weitere Komponenten: NF-Kabel von Cardas, Lautsprecherkabel von Swisscables und die Stromversorgung mit den bewährten Ringmat-Kabeln in Verbindung mit dem Audioplan Powerstar SIII.

Der getriebene Aufwand, Oliver Wittmann hat wochenlang an diesem Setup gearbeitet, hat sich angesichts des klanglichen Ergebnisses gelohnt. Die großen Lautsprecher klangen völlig frei und losgelöst im Raum. Gute räumliche Abbildung, ausgewogene und unverfälschte Wiedergabe mit Kraftreserven ohne Ende. Ob Elvis Presley mit „Fever“, Julie London mit einer klassischen Monoaufnahme, der Holzschuhtanz aus Lortzings „Zar und Zimmermann“ oder „I’m confessin‘ that I love you“ von der Dean Martin LP „Dream with Dean“ oder die aktuelle Diana Krall-LP: Alles klang lebensecht, live und machte ungeheuren Spaß. Man vergaß, dass man vor einer Anlage saß und hatte die Künstler, die ja teilweise schon seit 40 oder 50 Jahren nicht mehr unter uns sind, trotzdem wie lebensecht vor einem stehen …

Eine Steigerung ist aber noch möglich: Im größten Hörraum standen auch die größten Lautsprecher. Die Avantgarde Acoustic TRIO Luxury mit 4 aktiven Basshörnern und natürlich wieder DSP-Steuerung zur Anpassung an den Hörraum (siehe hier). Verstärkung mit der über alle Zweifel erhabenen HD-Serie von Nagra  Digital wurde über einen T+A Multiplayer in Verbindung mit dem Nagra HD-DAC abgespielt. Vinyl mit dem Thales TTT Compact 2 in Verbindung mit einem der weltbesten Tonarme, dem Thales Statement. Phonovorstufe Whest Titan Pro und Tonabnehmer EMT JSD S 75. Also eine Anlage, die auch weltweit gesehen zu dem Allerbesten gehört, was man bekommen kann. Ein Erlebnis:

Gleichgültig ob eine zum Freejazz zählende LP „Jazz in Poland“ oder Easy Listening von und mit Bert Kaempfert oder eine Orgelsonate von Antonio Vivaldi: hier stimmte einfach alles. Selbst die räumliche Abbildung, sonst nicht unbedingt eine Stärke von Hornlautsprechern, reproduzierten die Trio Luxury mit einer selbstverständlichen Gelassenheit. Man meint die Allman Brothers Band in Natura leibhaftig zwischen den Lautsprechern zu sehen und deren „In Memory of Elizabeth Reed“ live zu erleben oder die Urgewalt eines Stevie Ray Vaughn, mit seinem „Tin Pan Alley“ wahrzunehmen. Aber auch die leisen Töne, so wie auf Jennifer Warnes Platte „The Well“, lassen sich mühelos und mit Gefühl glaubhaft reproduzieren. Johnny Cash und Leonard Cohen grummeln zwischen den Hörnern ihre nachdenklichen und oft depressiven Botschaften, dass es einem immer wieder kalt den Rücken hinunterläuft.

Das ist Musikwiedergabe auf allerhöchstem Niveau. Ohne Abstriche, ohne Kompromisse. State of the Art! Ein in der Tat einmaliges Erlebnis, für das ich Oliver Wittmann und seinem Team aufrichtig danken möchte. Eine so perfekt abgestimmte Anlage bekommt man wirklich nicht alle Tage zu hören und auf Messen schon gar nicht.

Interessenten kann ich nur ermutigen, sich mit Oliver Wittmann oder Markus Nolden in Verbindung zu setzen und einen Hörtermin zu vereinbaren. Ansonsten gibt es bei den Veranstaltungen zum 25-jährigen Jubiläum noch vieles zu entdecken und zu hören …

Sonntag, 22. Juli 2018

Testbericht zum Tom Evans Groove+ SRX MkII

In Image HiFi (4/2018) ist ein lesenswerter Bericht zum Tom Evans Groove+ erschienen, den man hier nachlesen kann: http://www.tomevans.de/download/image-hifi_4_2018_Tom_Evans_Groove_plus.pdf

Weitere Testberichte zu Tom Evans findet man hier...

Donnerstag, 30. November 2017

Bericht zum Burmester Streaming Day 2017

Ein Beitrag von Rainer Götz

Am Samstag, den 18. November 2017, lud Burmester Audiosysteme aus Berlin bundesweit zum „Streaming Day“. 28 Fachhändler in ganz Deutschland demonstrierten an diesem Tag mit zwei Vorführungen die Netzwerkprodukte der Berliner Edelschmiede, also deren Klang und Bedienung. Bei Oliver Wittmann wurde mit der bewährten Kombination aus Streaming Center 151, Vollverstärker 032 und den Lautsprechern BA 31 aus der Ambience-Serie vorgeführt, die auch schon beim Music Day im September 2017 glänzte. Auf eine ausführliche Beschreibung der Komponenten kann ich aus diesem Grund hier verzichten, beim Bericht über den Music Day wurde diese ja ausführlich vorgestellt.

Wie das Ganze meiner subjektiven Meinung nach klang, darüber wurde auch im Rahmen des Music Day hier schon berichtet. Deshalb nur einige kurze Anmerkungen und Ergänzungen. Was die Burmester-Anlage kann, hat sie schon unter Beweis gestellt. Faszinierend für mich war, dass man mit dieser Anlage, auch wenn man recht weit vom „sweet spot“ entfernt stand, sehr gut Musik hören konnte. Hier spielt hörbar der zusätzlich auf der Boxenrückseite verbaute Air-Motion-Transformer seine Stärken aus. Außerdem trägt er beträchtlich zur räumlichen Abbildung bei.

Mittwoch, 8. November 2017

Bericht zu unserer T+A Hausmesse

Ein Bericht von Rainer Götz

Von dem amerikanischen Essayisten, Dichter und Philosophen Ralph Waldo Emerson stammt die Aussage „Wahrer Reichtum besteht nicht im Besitz, sondern im Genießen.“ Dies könnte als Motto über der Highend-Anlage stehen, die Oliver Wittmann und sein Team im November bei der erstmals veranstalteten T+A Hausmesse vorgestellt haben. Oliver Wittmann und Markus Nolden wurden bei diesem Event von Julian Strauß, dem Regionalrepräsentanten von T+A aus Herford, unterstützt.

Auf eine ausführliche Vorstellung der gespielten Geräte kann ich hier verzichten, die Basisinformationen finden Sie unter der Kategorie „Produkte“ auf der T+A-Website: http://www.ta-hifi.de/audiosysteme/hv-serie/

Die gezeigten und vorgeführten Geräte und Lautsprecher waren alleine schon durch ihre optische Präsenz beeindruckend. Von der Haptik reden wir mal gar nicht. Made in Germany im klassischen Sinn. Alles Geräte aus der „Highvoltage“-Topserie von T+A: Der Multiplayer MP 3100 HV diente als Programmquelle, um CDs und SACDs abzuspielen. Erfreulich, dass ein renommierter Hersteller aus Europa wieder ein neues, von Grund auf selbst entwickeltes SACD-/CD-Laufwerk vorstellt (!) und dem Gejammere vom Ende der CD und dem Tod der SACD mit einem überzeugenden Statement entgegentritt. Gerade in Fernost gibt es einen festen Markt für neue SACD-Scheiben und hochwertige CDs. Die hochpreisigen XRCD-, SHM- und Blue-Spec-Serien japanischer Plattenfirmen beweisen die Marktakzeptanz für diese Qualitätsserien.

Der MP 3100 HV kann aber nicht nur die Silber- oder Goldscheiben abspielen, sondern ist Programmquelle für UKW-, DAB+- und Internet-Radio und gibt HighRes-Daten in PCM und DSD in höchstmöglicher Datenrate wieder. Und wirkt – wie alle Geräte der HV-Serie von T+A – wie für die Ewigkeit gebaut.

Für die Verstärkung war der PA 3100 HV mit dem Zusatznetzteil PS 3000 HV zuständig. Mit einer Nennleistung von 500 Watt pro Kanal an 4 Ohm ein idealer Partner, selbst für komplexe Lasten wie Flächenstrahlern oder Lautsprechern mit extrem niedrigem Wirkungsgrad. Wobei das Leistungsnetzteil PS 3000 HV nochmals klanglich einen ordentlichen „Schub“ in Richtung Solidität und Stabilität für den PS 3100 HV brachte. Man glaubt es auf dem Papier nicht, bis man es selbst gehört hat. Selbst Hornlautsprecher mit ihrem minimalen Leistungsbedarf profitieren von den Hochvoltendstufen plus Leistungsnetzteil von T+A.

Weiteres Highlight bei der Hausmesse war – in Stuttgart exklusiv bei Oliver Wittmann – der Lautsprecher Solitaire CWT 1000-8 SE: Eine gelungene Kombination aus Cylinder Wave Transducer, Line Array-Mittelton-System und elektrostatischem Hochtöner. Trotz seiner Abmessungen von 134 x 32 x 46 cm (H x B x T) ein optisch gefälliger Lautsprecher der absoluten Spitzenklasse. „Ein 35.000 Euro-Lautsprecher, der wie einer aus der 50.000-Euro-Klasse spielt“, meinte Oliver Wittmann einmal zu mir. Und er hat Recht! Doch nun genug der technischen Kurzbeschreibungen. Lassen wir Musik erklingen.

Mittwoch, 5. Juli 2017

Faszination Hornlautsprecher 2017 - Bericht

Ein Bericht von Rainer Götz

Oliver Wittmann ist ja als Liebhaber und Protagonist von Hornlautsprechern bekannt. So war es nur konsequent, dass er am 30.6. und 1.7.2017 in sein Terminstudio bei Isny im Allgäu zur Veranstaltung „Faszination Hornlautsprecher 2017“ einlud. In drei Räumen wurden vier Anlagen von fünf Herstellern vorgestellt. Alles „Made in Germany“!

Die vollaktive Avantgarde Zero XD lief im kleinsten der drei Räume. Befeuert von einem T+A MP 2000 R, den der Hersteller selbst als Multi Source Player bezeichnet und der tatsächlich eine gelungene Kombination aus Highend Internet-, DAB-, UKW-Tuner, Streamer, CD-Player und DA-Wandler ist. Dem MP 2000 R analog zur Seite gestellt war ein klassischer Linn LP 12 mit MC-Tonabnehmer von ZYX.

Mit digitalem Programmmaterial von der CD klang es in dem relativ kleinen Raum richtig gut. Wohl auch dank der digitalen Einmessung auf den Hörraum spielte die Zero XD sehr ausgewogen und dynamisch. Man hatte nie den Eindruck, als wäre dieser Lautsprecher zu groß für den Hörraum, was bei Passivboxen in dieser Größe wahrscheinlich der Fall wäre.

Außerdem passte sich die weiße Zero XD auch optisch gelungen dem Raum an. Der immerhin knapp über 1 Meter hohe und 49 Zentimeter breite Lautsprecher „überlud“ optisch den Raum keineswegs, sondern integrierte sich auch visuell.

„Großes Kino“ wurde – auch ohne Bild – geboten: Der Filmkomponist Dave Grusin, ausgezeichnet mit bislang 10 Grammys und 1 Oscar, präsentierte in einem Livekonzert im Jahr 2011, zusammen mit dem 75 Personen zählenden Orchester des „Henry Mancini Institutes“, 12 Songs von Dave Grusin, Leonard Bernstein, George Gershwin und Henry Mancini. Gastsolisten wie Gary Burton, Monica Mancini und Patti Austin unterstützen ihn dabei.

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Hörbericht: Lautsprecherkabel Swisscables Reference Plus

Ein Hörbericht von Martin Faßnacht

Nicht abschrecken lassen!

Zunächst wollte ich das von Oliver Wittmann zur Verfügung gestellte Kabel verschmähen: Eigentlich hatte ich keine Lust, einen 4,50 Meter langen, schwarzen Gartenschlauch mit einem Durchmesser von 24 Millimetern quer durch mein Musikzimmer zu verlegen und dann auch noch die etwas störrischen Endstücke in den sehr beengten Verhältnissen hinter meinem Rack anzuschließen. Nur zum Vergleich: Die großen Kimber-Kabel sind zwar noch dicker, aber deutlich flexibler. Von meinem bisherigen XLO-Kabel ganz zu schweigen …

Mit Hilfe von Markus Nolden fand sich dann doch noch eine pfiffige Möglichkeit, das Kabel einigermaßen gelungen zwischen Linn Klimax 500 Solo-Endstufen und Quad ESL-2905-Elektrostaten zu installieren. Unabhängig vom neuen Kabel kam der Tiefbass wie bisher vom Velodyne DD 18-Subwoofer.

Genießen!

Sobald das Kabel eingespielt ist, kann man in Musik schwelgen. Es klingt einfach geglückt fließend, vollkommen selbstverständlich, völlig unangestrengt. Und was mich vor allem in Enthusiasmus versetzte: Phänomenales Auflösungsvermögen ging einher mit unvergleichlich schönen Klangfarben. Meine Hör-Eindrücke möchte ich anhand einiger LPs und CDs genauer beschreiben:

Sonntag, 25. September 2016

Swisscables reference IC direct oder „Klingen Kabel mit Luft auch luftiger“

Ein Beitrag von Rainer Götz

Swisscables fertigt seine Kabel in Entlebuch nahe des Schweizer Nationalparks und des UNESCO-Biosphärenreservats. Eine logische Verbindung für die Verwendung von natürlichen Materialien ist somit schon vorgegeben.

Swisscables hat sich intensiv mit dem technischen Aufbau von Lautsprecher-, NF- und Netz-Kabeln beschäftigt und dabei im besonderen die auftretenden MDI-Verzerrungen durch die verwendeten Polymerisolatoren bei der Kabelherstellung im Auge.

Donnerstag, 2. Juni 2016

Octave Audio Vorverstärker HP 700 ...and there goes the roof

Ein Beitrag von Rainer Götz

Die Firma von Andreas Hofmann, Octave Audio, ist offensichtlich ein bodenständiges Unternehmen, das an viele Details denkt. Das beginnt schon bei der Verpackung. Bei einer Vorstufe rechnet man mit der Anlieferung eines handlichen Kartons. Tatsächlich kommt der HP 700 in einer „Riesenschachtel“, die auch einer Röhrenendstufe gut zu Gesicht stehen würde. Da überlässt jemand nichts dem Zufall und beugt so Transportschäden vor. Gerade bei Röhrengeräten eine kluge Entscheidung.

Beim Auspacken fällt eine ausführliche Bedienungsanleitung auf, die auch technische Hintergründe erläutert (Download: http://www.octave.de/pdf/BA_HP700_DE_10-2014.pdf), und ein kleiner Imbus-Schlüssel, mit dem der Gehäusedeckel demontiert werden kann. Dies macht Sinn, da intern über einen Schalter die Ausgangsimpedanz der Line-Vorstufe an eine entsprechende Endstufe angepasst werden kann: LOW (100 Ohm) oder HIGH (300 Ohm).

Hofmann setzt im Hochpegelteil der HP 100 auf eine klassische Doppeltriode vom Typ ECC 83 und zwei Pentoden vom Typ EF 184 (Alternativ EF 800). Durch Umschalten können anstelle der beiden EF 184 auch Pentoden vom Typ D 3A oder alternativ E 180F betrieben werden. „Tuberoller“ haben aber auch beim HP 700 ein Betätigungsfeld. Die eingesetzten Röhren sind sowohl als Neuware aus Osteuropa oder Asien bzw. auch als NOS (New Old Stock) verfügbar. Nachschubprobleme gibt es hier mit Sicherheit keine, zumal Andreas Hofmann die Lebensdauer eines Röhrensatzes mit zwischen 5 und 10 Jahren angibt.

Damit ist die Vorstufe also alles andere als ein „Röhrenfresser“: Eine derzeit in Highend-Magazinen weltweit sehr hoch bewertete US-amerikanische Line-Röhrenvorstufe gibt im Gegensatz dazu als durchschnittliche Lebensdauer der Röhren im Netzteil gerade mal 2.000 Stunden und für den 6H30-Röhrensatz 4.000 Stunden an. Hier zeigt sich, dass die Verstärker von Octave Audio mit geringeren internen Betriebsspannungen arbeiten, was der Lebensdauer der Röhren zugute kommt und die Betriebssicherheit zudem erhöht.

Die größte Besonderheit des HP 700 ist seine Flexibilität durch den modularen Aufbau. Die Line-Vorstufe kommt in der Basisversion mit drei Cinch und drei symmetrischen XLR-Eingängen. Ausgangsseitig stehen zwei Cinch und ein XLR-Ausgang zur Verfügung. Eine vollwertige Monitorschleife erlaubt den Betrieb von Bandgeräten mit Hinterbandkontrolle oder lässt sich für Hometheater-Anwendungen nutzen. Wahlweise auch symmetrisch mit XLR Steckern bzw. Kupplungen. Auf der Rückseite ist Platz für zwei weitere Eingänge, die als Modul ausgeführt einfach in den Vorverstärker eingesteckt werden können.

Samstag, 7. Mai 2016

Hören mit Tom Evans The Mastergroove MKII

Ein Beitrag von Martin Faßnacht

Als langjähriger Besitzer eines Tom Evans „Groove“ wollte ich wissen, was in Punkto Phono-Vorverstärkung noch möglich ist. Das HiFi-Studio Wittmann ermöglichte es mir, ein fabrikneu auf die Mastergroove MKII-Version aufgerüstetes Gerät auszuleihen.

Der Einbau in meine Anlage war trotz der Größe von Verstärker und Netzteil einfacher als erwartet. Von den 8 möglichen Widerstandswerten wählte ich vorläufig 333 Ohm, was ein bisschen unter dem bisher im Groove genutzten Wert liegt. Mit zusätzlicher kapazitiver Anpassung oder mit gesonderten Entkopplungsmaßnahmen wollte ich mich für dieses Probehören noch nicht beschäftigen. Das Netzteil bekam Strom von einem Phonosophie-Netzkabel.

Ein erster Funktionstest machte einen mächtigen Bass hörbar, dann durften sich Netzteil und Verstärker mehrere Tage warmlaufen. Das dauert wohl einfach so lange. Auf ein direktes Vergleichshören zwischen Groove und Mastergroove (mit Umstöpseln des Naim-Tonarmkabels) hatte ich genausowenig Lust wie auf Versuche mit einem anderen Abtaster als meinem Lyra Kleos. Ich wollte einfach nur hören.