Mittwoch, 7. November 2018

Linn Selekt DSM - Bericht zur Veranstaltung

Ein Beitrag von Rainer Götz über die Linn Selekt DSM Produktpräsentation im Rahmen des 25-jährigen Jubiläums

Wenn Linn aus Glasgow ein neues Gerät ankündigt, dann ist das immer ein Anlass für besondere Aufmerksamkeit. So auch bei der aus insgesamt vier Geräten bestehenden Selekt DS-Familie, die im Rahmen der Veranstaltungen zum 25-jährigen Bestehen des HiFi-Studios von Oliver Wittmann am 25.10.2018 präsentiert wurde.

Kurz gesagt besteht jeder Selekt DSM aus Netzwerkspieler, Streamer und Digital/Analog-Wandler sowie integriertem Vorverstärker mit MM/MC-Phonoteil. Besonderes „Bonbon“: In jedem Gerät ist von Haus aus die Space Optimisation Technologie integriert, mit der durch ein entsprechendes Rechenprogramm jeder Lautsprecher und jeder Raum so konfiguriert werden kann, dass die bestmögliche Klangqualität erzielt wird.

Dabei sind die Daten von Hunderten Lautsprechern und deren Profile bereits hinterlegt oder können manuell eingegeben werden. Auch die Besonderheiten des Wohnraums hinsichtlich Größe, Form, Wand-/Decken- und Bodenbeschaffenheit werden berücksichtigt und beim Einmessen der Lautsprecher und deren Position im Hörraum berücksichtigt. Die Space Optimisation ist übrigens bei allen Linn Netzwerkspielern/Streamern integriert – selbst in der Einsteigerklasse beim Kiko DSM. Wer mehr dazu wissen will: https://www.linn.co.uk/technology/space-optimisation.

Mit der Katalyst-Wandlertechnik https://www.linn.co.uk/technology/katalystist steht den Selekt-Kunden zudem ein DA-Wandler der absoluten Spitzenklasse zur Verfügung. Wobei – typisch Linn – auf die Katalyst-Technologie auch zu einem späteren Zeitpunkt noch hoch- oder umgerüstet werden kann. Insgesamt ein Beispiel für gelungenen Technologie-Tranfer und „downsizing“ der Erkenntnisse bei der Entwicklung der Top-DA-Wandler auf die Katalyst-Serie.

Dem Trend zu „all-in-one“-Geräten zollt Linn auch Tribut. Sowohl der „Standard“ Selekt DSM wie auch der Selekt DSM mit Katalyst-Wandler sind beide auch mit integrierter 100-Watt-Class-D-Endstufe lieferbar. Leistungsmäßig reicht dies selbst für Lautsprecher mit höherem Leistungsbedarf und höherer Empfindlichkeit aus.

Bei Oliver Wittmann lief die Selekt DSM mit Katalyst-Wandler und Endstufe an einem Paar Gauder Akustik DARC 80, einem 2½-Wege Schallwandler mit Keramikchassis und akustisch „totem“ Gehäuse mit Aluminium-Rippen (https://www.gauderakustik.com/index.php/lautsprecher/darc-serie/darc-81-de/darc-80-navi).

Alle vier Geräte der Selekt DSM-Serie strahlen eine Wertigkeit aus, die selbst in dieser Klasse nicht alltäglich ist. Die Kühlrippen sind angenehm abgerundet, Gehäuse und Beschriftung wertig mittels Laser bearbeitet. Die Frontplatte ist aus edlem Kristallglas und dient, in Verbindung mit den beleuchteten Dreh- und Bedienelementen, der unkomplizierten Steuerung. Außerdem gibt es frei belegbare Programmtasten: Einfach mit der Pin-Funktion dort z.B. die Lieblingstitel ablegen, um sie dann direkt abrufbar zu halten.

Unabhängig von der Quelle sind Streaming-Dienste, Internet-Radio, Podcasts oder der Plattenspieler jederzeit schnell und direkt anwählbar. Es stehen insgesamt 10 Digital- und Analogeingänge einschließlich HDMI ARC für die Verbindung z.B. zu CD- oder DVD/Blueray-Laufwerken, Set-Top-Boxen, TV-Geräten, UKW/DAB-Tuner zur Verfügung.

Insgesamt betrachtet ist der Linn Selekt DSM eines der innovativsten Highend-Produkte. Von Linn in Schottland selbst entwickelt, also nicht von einem Spezialanbieter zugekauft, sondern im eigenen Werk – wie alles von Linn – selbst ausgedacht und umgesetzt. International betrachtet gehört Linn damit zu der Handvoll Hersteller, die auf dem Gebiet der Digitaltechnik Maßstäbe setzen und stets für Neu- und Weiterentwicklungen sorgen.
Durch den modularen Aufbau sind Hardware-Updates ebenso einfach realisierbar wie Anpassungen der Software. Also absolut zukunftssicher, gleichgültig in welche Richtung die Digitalentwicklung der nächsten Jahre geht.

Thomas Saheicha von Linn Deutschland und Oliver Wittmann begannen den musikalischen Teil mit einem Experiment. Die CD „Alone at the Vanguard“ des amerikanischen Jazzpianisten Fred Hersch wurde mit dem Burmester Musiccenter 151 eingelesen und in die hauseigene Musikdatenbank gestellt. Es folgte nun ein direkter Vergleich zwischen Streaming, CD-Direkt und dem Download aus dem Musikspeicher. Die Ergebnisse waren extrem nahe beieinander. Im Schwäbischen spricht man bei solch minimalen Unterschieden davon, dass sich die Quellen allerhöchstens im Bereich eines „Muggenseggeles“ unterscheiden. Vielleicht mit ganz leichter Präferenz der eingelesenen Daten aus der Musikdatenbank vor der CD (die über einen T+A MP 3100 H via Digitalausgang dem Linn Selekt DSM zugespielt wurden) und schließlich Streaming via Tidal in 16 Bit, 44,1 kHz Auflösung. In allen Versionen klang der Pianoklang erstaunlich realistisch und die Atmosphäre im Village Vanguard wurde deutlich und auf höchstem Niveau wiedergegeben.

Dann „something completely different“, um es mit Monty Pythons Flying Circus zu sagen: Violine und Tuba im Duo. Konkret Benjamin Schmid und Andreas M. Hofmeir auf einer Neuerscheinung bei ACT-Records. Das geht erstaunlich gut zusammen und macht einen Heidenspaß. Beide Instrumente stehen plastisch fast real und in der richtigen Perspektive zueinander im Raum.

Houston Person gehört zu den eher weniger bekannten Tenorsaxofonisten. Dieser hat 2007 in den gerühmten Van Gelder Recording Studios zusammen mit dem Trompeter Warren Vache und einer Rhythmusgruppe um den Gitarristen Rodney Jones die CD „Rain or Shine“ eingespielt. Man erschrickt geradezu beim ersten Anhören über die Direktheit und Präsenz von Houston Person. Man meint, die wiedergegebenen Musiker „körperlich greifen“ zu können, so nahe stehen diese zwischen Zuhörer und Lautsprecher.

Klassik: Hier eine der klassischen „großen“ RCA-Living-Stereos vom Oktober 1958. Kiril Kondrashin und das RCA Victor Symphony Orchestra mit Aram Khachatirians „Masquerade Suite“. Ganz große Klasse. Eine Aufnahme, die zeitlos erscheint.

Auch improvisierter Freejazz, hier ein Quartett um den Pianisten Ethan Iverson, bleibt immer bestens durchhörbar und die vertrackten Melodielinien stets nachvollziehbar. Dasselbe gilt für eine All-Star-Big-Band um Terence Blanchard und dem Henry Manchini Institute Orchestra. Großes Kino einschließlich der Streicher. Plastisch, klar und swingend. Was will man mehr?

Oliver Wittmann und Markus Nolden demonstrieren Ihnen die Linn Selekt DSM-Komponenten gerne mit Ihrer eigenen Musik. Vereinbaren Sie einfach einen Hörtermin in Stuttgart oder im Terminstudio in Isny.

Weitere Informationen finden Sie hier:

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