Ein Beitrag von Rainer Götz
Am 8. und 9. Juli 2016 lud Oliver Wittmann zu einer ganz besonderen Veranstaltung in sein Terminstudio bei Isny im Allgäu ein. Den trotz Wärme und Stau – Ferienbeginn in NRW – angereisten Besuchern wurde in der Tat etwas ganz außergewöhnliches präsentiert. Wann, außerhalb der Highend in München und deren kompromissbehafteten Vorführungen in akustisch nicht optimalen Räumlichkeiten, hat man schon mal die Möglichkeit, einen Hornlautsprecher von den Dimensionen der Avantgarde Acoustic TRIO XD optimal zu hören.
Doch zunächst zu den Zuspielern: Für die digitale Seite wurde der Electrocompaniet EMC-1 MKIV und ein Linn Klimax DS Streamer eingesetzt. Über beide Geräte wurde hier im Blog schon mehrfach berichtet, so dass ich mir weitere Ausführungen an dieser Stelle sparen kann. Auf der analogen Seite kam das bewährte Firebird-Laufwerk von Dr. Feickert Analogue zum Einsatz.
Als Tonarm eine weitere Besonderheit: Dietrich Brakemeier ist zurück. Der Autor des Buches über die Living Stereo-Serie der RCA und Verantwortlicher hinter dem mächtigen Apolyt-Laufwerk und den Verstärker-„Trutzburgen“ Calyx und Argonaut bietet unter dem Namen Acoustical Systems zwei Tonarme, MC-Systeme und ein Justage-Set an. Oliver Wittmann hatte sich für den 10-Zoll-Arm AQUILAR entschieden, der in Verbindung mit dem hauseigenen Tonabnehmersystem Archon natürlich sehr gut harmonierte.
Für die Phono-Vorverstärkung und Entzerrung war die „State of the Art“-Phonostufe EMT JPA-66 im Einsatz. Eine über jeden Zweifel erhabene Wahl. Auf Ausstattungsdetails will ich hier nicht eingehen, sondern verweise auf diverse Quellen im Internet, die sich mit dieser Ausnahme-Vorstufe beschäftigen.
Die Vor- und Endverstärker kamen von Avantgarde Acoustic, die Typen XA Pre und XA Power. In beiden Fällen Transistorverstärker, die weitgehend im Class A-Betrieb arbeiten. Da die TRIO XD durch den hervorragenden Wirkungsgrad von 109 db für 1 Watt auf 1 Meter Entfernung nur geringe Verstärkung benötigt, war das eine ideale Wahl. Leistungsreserven stehen also im Überfluss zur Verfügung. Wer eine sehr hochwertige Vor-/Endstufen-Kombination sucht, sollte sich XA-Pre und XA-Power auch unabhängig von Hornlautsprechern mal anhören. Mit 2 x 150 Watt Ausgangsleistung sind diese auch problemlos in der Lage, „herkömmliche“ Lautsprecher zu Höchstleistungen anzutreiben.
Rein optisch sind Vor- und Endstufe ein deutliches Qualitätsstatement. Butterweich laufende Regler, satt klickende Schalter und Gerätechassis, die an Solidität kaum zu überbieten sind. Avantgarde Acoustic macht dies nicht zuletzt, damit auch bei hohen und höchsten Lautstärken der Hörner keine unerwünschten Schwingungen die Verstärkerelektronik beeinflussen. Es ist zudem ein sinnliches Erlebnis, diese Verstärker zu bedienen. Ein Statement auch für den Qualitätsanspruch von Avantgarde Acoustic und eine hervorragende Werbung für „Made in Germany“.